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Es gibt keine Polizeigewalt! #2

Stell Dir vor Du wirst von den Cops vermöbelt, das nicht zu knapp, Du erstattest Anzeige und verurteilt werden nicht die prügelnden ‘Gesetzeshüter’, nein weil Polizeigewalt gibt es in diesem Staat ja nicht, sondern Du. Das ebenfalls nicht zu knapp, nur ganz nebenbei wir sprechen hier von 100 Tagessätzen. Damit bist Du vorbestraft. Als wäre der Horror damit nicht schon perfekt, legt neben Dir auch noch die Staatsanwaltschaft Berufung ein weil das Strafmaß ganz klar zu gering sei.
Joke? Nein, Realität für eine queere Aktivist_in aus Bremen. Der Übergriff der Cops geschah so im Zuge eines Kiss-Inns 2008 während der Proteste gegen das Christival in der Hansestadt,  jenes homophobe und sexistische Treffen von Fundamentalchrist_innen.
So weit, so schlecht, im April starten nun die weiteren Prozesse gegen eben jene Aktivist_in und es gibt Befürchtungen dass das Urteil in diesem Falle nicht milder ausfallen wird…
Menschen die dazu weiter sich informieren oder aktiv werden wollen: Alles wichtige findet Ihr hier.
In diesem Sinne halten wir es mit Team Dresh: Hate the Cristian Right!

`Begriffe und Bedeutungen`: Einführendes zu Judith Butler.

Jana Scheuring hat in dem Artikel `Begriffe und Bedeutungen` eine wahnsinnig gute Erläuterung geschrieben zu Begriffen Judith Butlers. Erklärt werden die Begriffe  Diskurs, Macht, Wissen, Subjekt in heteronormativen Diskurs, Konstruktion, Performativität, Verschiebung, Parodie und Subversion. Der Text erschien in der (etwas durchmischten) Sammlung `Dafür haben wir jetzt aber keine Zeit.` vom ASAB_M. (Der komplette Reader als pdf.)

Auch hier, wie bei allen Sachen von Butler: Es ist sehr schwer das runterzubrechen, ohne Vorkenntnisse und etwas Zeit wird diese Einführung auch nicht funktionieren… Eine weiter  knackige Einführung zu `Terminologien` hat der Reader übrigens auch noch zu bieten.

here we go:

Begriffe und Bedeutungen [Jana Scheuring]

Diskurse sind Ausdruck und Verankerung von Macht und Wissen, auch die Unterscheidung zwischen sex und gender verfestigt die Geschlechterbinarität Anatomische Körper befinden sich als kulturelle Konstrukte immer schon in einem vorstrukturierten, binären Rahmen von Geschlechtlichkeit. Darauf weist Stefan Hirschauer hin: „Die kulturelle Wirklichkeit zweier Geschlechter aber kann nicht aus einem Unterschied der Genitalien ›folgen‹, da sie Geschlechtszeichen nur im bereits bestehenden Kontext dieser Wirklichkeit sind“1 Auch Judith Butlers betont bereits in Das Unbehagen der Geschlechter, dass es keinen natürlichen, unbezeichneten, nicht sexuierten/sexed Leib gibt, der vor oder außerhalb des Diskurses zu finden sei. Was aber hat Diskurs mit Wirklichkeit zu tun? Wer oder was konstruiert Zweigeschlechtlichkeit, eindeutige Geschlechtsidentitäten und biologische Geschlechter? Und wie lässt sich in diesem Rahmen die Abweichung (Devianz) von der Binarität der Geschlechter denken? Auch wenn oben formulierte Gedanken heute nicht mehr neu erscheinen, sind ihre Inhalte doch nach wie vor schwer zu erfassen und bedürfen einer ständigen Auffrischung, Aktualisierung und Auseinandersetzung, wie immer wiederkehrende verkürzte Kritike(n) an queerer Politik und Theorie zeigen. Die Autorin hofft mit diesem Text einige grundlegende Annahmen und Begriffe klären zu können und Anregungen zu geben für eine weitere Auseinandersetzung um die heterosexuelle Matrix, ihren normierenden Charakter und ihre gewaltsamen Ausschlüsse. Denn, wie Martin Büsser richtig feststellt, zeigt „die Realität von Diskriminierung, Verächtlichmachen, Hatecrimes und Internierungen von Menschen, die nicht den jeweils herrschenden Geschlechternormen entsprechen […], dass die Gender- Theorie keineswegs ein ›Luxusproblem‹ verhandelt, wie manche Kritiker behaupten.“2 Zunächst soll es allgemein um Diskurse und ihre strukturierende und materielle Wirkmächtigkeit gehen, dies wird vor allem im Rückgriff auf den Diskursbegriff von Michel Foucault geschehen. Der Platz der Subjekte im Diskurs sowie bei der Konstruktion und Performanz von Geschlechtsidentitäten ist ein weiterer Punkt der Auseinandersetzung. Die Betrachtung von Ausschlüssen und Verschiebungen und deren Rolle im hegemonialen, heteronormativen3 Diskurs soll die Produktion uneindeutiger, abweichender Identitäten begreifbar machen und eine Überleitung zum Verständnis der Geschlechterparodie als politischer Handlung und queerer Praxis darstellen, wie sie u.a. von Judith Butler beschrieben wird.4
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