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Homophobie in Deutschland

Im Zuge der Fragen um Homonationalismus und Homophobie in der Welt, wird ja oft der Einwand erbracht, dass in der Frage der Gleichberechtigung von LGBTs (Lesben/Schwule/Bi- und Transsexuelle) in Deutschland das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Das ist richtig, denn homophobe Diskriminierung und Gewalt gehören auch hier weiterhin zum Alltag, speziell schwul-lesbische-transgender Jugendliche haben darunter zu leiden.

Ein Teil der Politik scheint das Problem mittlerweile wieder ernster zu nehmen:

Lesben, Schwule, Bisexuelle oder Transgender leben heute so frei wie nie zuvor in der deutschen Geschichte. In breiten Teilen der Bevölkerung herrschen Toleranz und Respekt. Dennoch sind auf dem Schulhof, im Fußballstadion und in bestimmten Musikszenen homofeindliche Parolen Alltag. Auch im Wirtschafts- und Arbeitsleben besteht erhebliche Diskriminierungsgefahr. Antihomosexuelle Gewalt ist weiterhin eine massive Bedrohung. Anfeindungen, Beleidigungen, Benachteiligungen, jede Form von Diskriminierung aber insbesondere die Bedrohung durch Gewalt sind ein Angriff auf die Freiheit. […]Das Europäische Parlament definiert Homophobie „als auf Vorurteilen basierende irrationale Furcht vor und Abneigung gegen Homosexualität und Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle“ und stuft sie als „ähnlich wie Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus oder Sexismus“ ein . […] Verschweigen, negieren und bagatellisieren von Lesben- und Schwulenfeindlichkeit müssen endlich der Vergangenheit angehören.
Massivste Ausdrucksform von Homophobie ist antihomosexuelle Gewalt. In den letzten Monaten häuften sich Presseberichte über brutale Übergriffe auf Schwule, Lesben und Transgender in Deutschland. Allein der Anblick eines lesbischen oder schwulen Paares kann Gewalttäter motivieren, brutal zuzuschlagen. Das am 27. Mai 2008 der Öffentlichkeit übergebene Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen wurde binnen eines Jahres dreimal angegriffen und beschädigt.

Eine bundesweite Umfrage des Berliner schwulen Antigewaltprojektes „MANEO“ aus den Jahren 2006/2007 ergab, dass die teilnehmenden schwulen und bisexuellen Männer zu 35 Prozent im vorangegangenen Jahr homophobe verbale oder körperliche Gewalt erlebt hatten, wobei es bei Jugendlichen sogar 63 Prozent waren. Genauere Zahlen gibt es nicht. Bislang fehlt es selbst an kriminologischer Grundlagenforschung zu homophober Gewalt. Nach Einschätzung von Polizeipraktikern zeigen ca. 90 Prozent der Opfer homophober Straftaten diese nicht an, da immer noch Misstrauen gegen staatliche Behörden besteht.[…]

Erschrecken muss die in der „MANEO“-Umfrage zu Tage getretene massive Bedrohung homosexueller Jugendlicher durch Anfeindungen und Gewalt. Die Bundesregierung musste 2006 in ihrer Antwort auf die Große Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN einräumen, dass homosexuelle Jugendliche auch heute noch ein viermal höheres Suizidrisiko haben als heterosexuelle. Sie wolle aber aus diesen erschreckenden Zahlen keine Konsequenzen ziehen […].

Das ist unverantwortlich. Lesbische, schwule, bisexuelle, trans- oder intersexuelle Jugendliche dürfen nicht alleingelassen werden.

[Aus: Deutscher Bundestag Drucksache 16/13394, `Für einen nationalen Aktionsplan gegen Homophobie´, Antrag einiger Bundestagsabgeordnet*innen der Grünen, Juni 2009]

Das sind alles keine Entwicklungen, welche dazu einladen das Thema Homophobie in Deutschland auf Eis zu legen.

Homophobie angehen! Überall!

Wortklaubereien: Homophobie/Homonegativismus

Homophobie beschreibt im Allgemeinen negative Einstellungen bis hin zu tätlichen Angriffen gegenüber Homosexuellen. Diese sehr weit gefasste Definition birgt die Gefahr, dass Homophobie generell als Synonym für offene Gewalt gegenüber einer lesbischen oder schwulen Person verstanden wird. Um die Dimension einer strukturellen Diskriminierung miteinzubeziehen, wurde neben dem Begriff Homophobie der des Homonegativismus in die Diskussion gebracht.

Homophobie beschriebe nach dieser Unterteilung einen konkreten Angriff, der sich gegen eine homosexuelle Person richtet.
Manche theoretische Ansätze beschreiben Homophobie, als eine emotionale Reaktion auf einen Menschen, der als lesbisch oder schwul wahrgenommen wird. Allein die Wahrnehmung einer nicht heterosexuellen Person löst Angst, Erregung sowie Wut aus und kann zu reflexhaften Reaktionen wie z.B. Gewalttaten führen. Dabei ist zu bemerken, dass in patriachalen Gesellschaften vor allem Schwulenhass verbreitet ist.

Homonegativismus bezeichnet dagegen eine eine geistige Haltung, die homosexuelles sowie queeres Zusammensein auf allen Ebenen gesellschaftlichen Zusammenlebens (juristisch, politisch, sozial und religiös) ablehnt, diskriminiert und in letzer Konsequenz keine Daseinberechtigung zugesteht.
Der Begriff Homonegativismus sagt also aus, dass sich eine Diskriminierung von Nicht-Heterosexuellen Menschen durch mehr als konkrete verbale oder körperliche Angriffe ausdrückt, und dass zur Rechtfertigung der Diskriminierung pseudorationale Erklärungsmodelle herangezogen werden. Gleichzeitig entkräftet er die begriffliche Nähe von Homophobie mit anderen Phobien (z. B. Klaustrophobie), die nahelegt, die/der „Betroffene“ leide unter einem krankhaften Zustand, trage also keine Schuld an ihrem/seinem sexistischen Verhalten („kann also nichts dafür, dass sie/er Schwule und Lesben einfach ekelig findet“).  [aus: Terminologien vom asab_m ]

Ein Absatz aus den von  mir schon beworbenem Text `Terminologien` des Münchner Antisexismusbündnis. Den Aspekt des `Homonegativismus` im speziellen für mich neu,  ziemlich erhellend und ganz schön gut/richtig.

queer in hip hop*3: trailer `pic up the mic` and deadlee

in meinem post `straight in hip hop: no homo`wurde ja auch die doku `pic up the mic` erwähnt. gerade über einen trailer dazu gestolpert, den ich natürlich niemandem vorenthalten möchte. der trailer lässt erahnen was hip hop noch alles sein kann. hintenan gleich noch ein (etwas älteres) cnn-interview mit deadlee (ich meine aus san fransisco). deadlee entspricht in seinem äußeren erstmal eher dem “gangsta-rapper”, das scheint auch eher sein background zu sein, aber etwas anders codiert und denn doch reflektierter als die masse. viel spass damit:

der ganze themenkomplex scheint sich unerwarteter weise doch noch ein wenig länger durch diesen blog zu ziehen…mal sehen wohin die reise geht!

straight in hip hop: no homo


die rubrik `queer in hip hop` gibt vielleicht einen etwas verschobenen eindruck über diese musikrichtung. `queer` ist eher die ausnahme, das normalmass ist homos dissen, im besten falle stumpfe ignoranz. es ist davon auszugehen,

…dass Homophobie – auf Sexismus basierend – im deutschsprachigen Rap dahingehend Raum gegeben wird, dass eine Normalisierung von homophoben Äußerungen und Haltungen zu beobachten ist.*1

Der Rapper G-Hot mag keine Homosexuellen. Er hasst sie, sie widern ihn an. G-Hot, der eigentlich Gökhan Sensan heißt, veröffentlichte diesen Hass in einem Song, in dem er zum Mord an Homosexuellen aufrief.*2

`that`s gay` hat sich des themas in gewohnter manier angenommen: mit einer prise humor. in homophober weise wird im hip hop versucht möglichst unschwul rüberzukommen. und wenn das nicht klappt  werden noch so unstraighte praxen in straight umgedeutet. aber seht selbst:

ich liebe diesen moderator!

back to topic: homophobie scheint eher ein integraler bestandteil des sexismus im hip hop zu sein.

schön ist das alles nicht, es bleibt die frage nach gegenstrategien:

ein genre , wo frauen schon viel fell brauchen sich zu behaupten,  ist ein undenkbar anstrengendes terrain für queere und trans-menschen. am einfachsten ist es noch dort wo sich eine queere sub-sub-szene um den hip hop organisiert oder auch in linken zentren. diese zentren mögen nicht frei von sexismus und homophobie sein, in den meisten wird aber der versuch unternommen einen raum zu schaffen frei von unterdrückungsverhältnissen. und nun ja, es gibt ja auch queers welche zu solchen räumen keinen zugang haben oder nun so gar nicht linksradikal sind…

in den usa ist queer (und auch trans mittlerweile)  im hip hop ein defenetiv fetteres phänomen als in europa, wie z.b. der film `pic up the mic` dokumentiert. wen das mehr interssiert, der_dem sei gay music revolution empfohlen mit  rubriken wie `out in hiphop`.

im hip hop-mainstream , bzw in der masse der hip hop-konsument_innen `out`zu sein ist als künstler_in ist immer noch kein spaß.  menschen die es sind,  gehört auf jeden fall großer respekt. die lesbischen hip hopperinnen `yo majesty` aus florida  und qboy aus london sind  beispiele, dass es natürlich möglich ist offen queer zu sein im hip hop und den maistream zu erobern. und noch besser, diese popularität zu nutzen im kampf gegen die homophobie, wie z.b. qboy welcher im auftrag der sache schulen besucht [laut queer.de].

fight homophobia! everywhere!

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Fussnoten
*1 Ankündigung der Veranstaltung mit Sokee (Berliner Rapperin) in Kiel: Homophobie im Hip Hop.
*2 FAZ.NET 26-5-10: Homophobie im Hip-Hop. Des Rappers Fluch.
mehr lesestoff:
*ZAG: Dieter Bohlen für die andere. Homophobie im Reggae und Hip-Hop (#53)
*queer.der zu "qboy rappt gegen homophobie"
*testcard #17: Jens Thomas "Ich bin nicht schwul und das ist auch cool so. Homophobie im deutschen Hip Hop: Sexismus in Reinform oder Fiktion nach Maß?" S.118-122

Fundamentale Christen in Deutschland [Text der Gruppe gr*i*p]

passend zum `pic of the day*3` heute im netz (über http://antirep25.noblogs.org/ ) einen text der queeerfeministischen hamburger gruppe g*r*ip entdeckt. dieser  wirklich spannende text gibt einen überblick über die evangelikale bewegung in deutschland. viele sachen waren mir persönlich neu, ich hätte nie gedacht, dass die ganze geschichte auch in deutschland so fett ist, spannend auch die verquickung mit der politischen rechten. lediglich den begriff der “islamophobie” würde ich so nicht verwenden, aber geschenkt. den text gibt es als pdf online hier, oder direkt einfach auf meinem blog (mit besten grüßen nach hamburg):


gr*i*p (group in progress) ist eine Veranstaltungsgruppe mit queerfeministischem Anspruch. Wir sind weiblich sozialisierte Personen, die sich zusammen getan haben, um in Hamburg kulturelle und politische Veranstaltungen zu organisieren. Damit möchten wir der geschlechtsspezifischen Rollenverteilung und dem Heterosexismus innerhalb und außerhalb der linken Subkultur emanzipatorische Theorie und Praxis entgegensetzen. In progress meint, dass wir uns weiterentwickeln wollen, indem wir auch unsere eigenen Inhalte reflektieren.
http://www.myspace.com/gr.i.p

Einleitung

Der folgende Text basiert auf der ersten Veranstaltung von gr*i*p, die im Januar 2010 in der roten Flora unter dem Motto „PostAntiWeihnachtsabend“ stattfand. Sich kritisch allgemein mit Religion auseinanderzusetzen ist nicht Gegenstand dieses Textes, aber durchaus notwendig, um das reaktionäre, häufig antiemanzipatorische Potential von Religion insgesamt sichtbar zu machen und sich dem kritisch entgegenzustellen. Hier soll es jedoch darum gehen, aufzudecken an welchen Stellen Christ_innen aktiv Politik machen und so gesellschaftlich Einfluss nehmen. Im Fokus stehen die Aktivitäten der evangelikalen Bewegung innerhalb Deutschlands.

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today: international day against homophobia and transphobia!

http://tiny.cc/intdayagainsthomophobia