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queer in hip hop*9: gay bash |Mélange Lavonne |

In letzter Zeit streife ich immer den Themenkomplex `Fundamentales Christentum`, besonders mit der Schnittstelle Homophobie.  Und über die `InYourFace`-Videoreihe dazu  Mélange Lavonne`s track `gay bash´ gefunden.
Mélange Lavonne setzt sich in dem Video und dem Song damit auseinander, wie unvereinbar für sie Christsein und Homophobie sind.

Listen, you ain’t a Christian you go and preach hate

you call yourself a church together you congregate then

turn around and point the finger discriminate

then spit in my face condemn me for being gay

[aus: gay bash]

Die Geschichte des Vidoes über einen jungen  Schwulen der Opfer eines Hatecrime wurde ist fiktional, könnte aber eine von vielen  sein:

In USA und einigen anderen Ländern der Welt scheint das Problem des fundamentalen Christentum / der evangelikalen Bewegung wirklich arg zu sein: Kampagnen gegen Schwule und Lesben, Kampf gegen Abtreibungskliniken und für die Familie sind dort kein Randphänomen.  Evangelikale  schaffen es wirklich in Diskurse massivst zu intervenieren. In Deutschland haben  eben diese Gruppen auch sehr starken Zulauf, da dürfen wir gespannt sein wie sich das weiter entwickelt. Ich vermute mal nicht zum Guten.

Zurück zu Mélange Lavonne:

Geboren 1978, lebt in Californien, sie ist offen lesbisch.  Ihr erstes Album `the movement´ erschien 2008 und nach eigenen Angaben ist sie verheiratet mit Hip Hop.  Seitdem sie 12 Jahre ist lebt sie mit Krebs, ihre Waffen im Kampf gegen die Krankheit: Musik und Basketball.  Ihre Themen: Homophobie, Rassismus, aber auch der Kampf von Queers im Hip Hop gegen den homophoben Mainstream. Zweimal war sie unterwegs in den USA mit der Homorevolution Tour: `the first LGBT hip-hop tour.

***Mélange Lavonne auf myspace. Bei `after ellen´ gibt es noch einen etwas längeren Artikel über die Hip Hopperin.

***Zum Komplex Evangelikale: Fundamentale Christen in Deuschland [gruppe gr*i*p], Artikel `Evangelikanismus´ auf wiki

queer in hip hop*8: saye sky | first lesbian rapper in Iran

Mehr zufällig entdeckte ich Saye Sky: Die erste lesbische Rapperin aus dem  Iran [Saye Sky über Saye Sky]. Viel über sie [online] herauszufinden gestaltet sich schwierig: lediglich zwei Musik-Videos, ein zweiteiliges Radio Zamame-Interview auf Farsi (hier und hier) zwei VOA-Berichte (in Farsi ein Interview in drei Teilen 1,2,3 und hier ein Feature, ebenfalls in Farsi, über sie) auf utube, eine relativ kryptische facebook-seite und ein etwas längeres Interview für das Magazin Neda (Iranian Queer Magazine) von ihr  gefunden.

Sie lebt und studiert in Teheran, ist 20 Jahre alt.  Großes Thema für sie Ungleichheit von Frauen und LGBTs im Iran.  Im besagten Neda-Interview wirkt Saye Sky  sehr politisch und kämpferisch:

…I, like any other Iranian lesbians, should keep my feeling and relationship a secret and because of these reasons no one knows about this. You cannot talk to anyone because they perceive you as a pervert and label you as sexually deviated. All my effort is to make sure that one day any Iranian experiences freedom without any fear and is able to be in a relationship with anyone they wish. [Interview mit Saye Sky in Neda–Iranian Queer Magazine]

Coolster Hip Hop, `Hagh koshi` geht mir nicht mehr aus dem Kopf.

“You wil get in trouble one day!” wird ihr oft gesagt, wollen wir hoffen, dass dem nicht so ist!


Saye Sky auf facebook.

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Das komplette Neda-Interview mit Saye Sky:

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queer|trans in hip hop*7: Metahuman [Rapper | Aktivist | Filmemacher]

Meine `queer in hip hop`-Rubrik wurde nun erweitert um `trans`. `Trans` ist ja schon bei Cazwell des öfteren Thema … Nun bin ich über Kalil Cohen aka Metahuman gestolpert: ein `underground queer tranny rapper` [Selbstbezeichnung] aus Los Angeles.  Metahuman ist ein ziemlich vielseitiger Künstler. Er wuchs als Tomboy auf, sein Coming-Out hatte er als `genderqueer butch dyke`, nach Eigenaussage identifiziert er sich gegenwärtig als `genderqueer` Transmann.

Er kam zum Hip Hop und verbindet seine Musik mit politisch-dissidenten und radikal transsexuellen Inhalten. Inspiriert ist er u.a. von  Katastrophe (FTM-Rapper aus San Francisco), Tupac, Dead Prez, The Coup, Bitch and Animal, Le Tigre. Metahuman ist Teil des Netzwerks Trans Genre *1, der `Transgender Performance Community`:  Ein Ort zur Unterstützung für Musiker_innen, Performer_innen, Künstler_innen welche  zwischen und über Geschlechtergrenzen hinweg agieren*2.

Musik scheint für ihn eine Form des Aktivismus zu sein, in seinen Liedern geht es um Identität, Politik, Schmerz, Wut. Eine andere Form des Aktivismus sind für ihn  Workshops, z.B. für Unterstützer_innen und Angehörige von Transgenders, Aufklärung für / Sensibilisierung von Medizinstudent_innen im Umgang mit `gender variant patients`. Nicht zuletzt organisiert er medizinische Unterstützung für Transgender. Außerdem geht er an Schulen und gibt dort Kurse für Schüler_innen und Lehrer_innen.

Metahuman ist aber auch Filmemacher. Nachfolgender Kurzfilm `Queerer than thou` stammt von ihm. Darin versuchen sich alle möglichen Queers, Dykes, Transgenders darin zu übertrumpfen wer denn nun am `queersten` sei, ziemlich witzig. Der Film scheint  auf ziemlich vielen Filmfestivals  zu laufen und zeigt auf was queer eigentlich ausmacht. Here we go:

Mir hat Metahuman auf Anhieb gefallen, ich hoffe Euch auch!

Und hier geht`s weiter: Metahumans Homepage, auf myspace und sein utube-kanal. Hier gibt es die Lyrics von `you don`t really know me ` und `the chance`.

Seine Musik erscheint unter `creative commons`, falls irgendwer rausbekommt wo es die gibt, bitte einen kommentar abgeben!

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*1 trans-genre bringt auch  Musik heraus, z.B. mit Compilations seiner Künstler_innen.

*2 trans-genre über die Supportpolitik von trans-genre: Trans-Genre supports the broad spectrum of the Transgender Community and is compiled of artists, musicians, zinesters, storytellers, speakers, filmmakers, writers, and performers of all genres and backgrounds. The Genders of all Trans-Genre’s A.M.P.S are self-defined, but range from MTF, FTM, Genderqueer and anything else that falls under the “Transgender Umbrella.”

Anmerkung: einige Begriffe verwende ich in Englisch in Anführungszeichen um zu zeigen, dass es oft nicht wirklich gute und unkomplizierte Begriffe im Deutschen gibt, die Anführungszeichen beschreiben für mich eine Leerstelle und nicht eine Nichtanerkennung der Kategorien|Identitäten.

queer in hip hop*5: hugs and kisses >lesetipp | god-des & she | juba kalamba

ich möchte euch die neueste ausgabe des hamburger magazins `hugs and kisses` issue’#6 nahelegen. neben dem wahnsinnig aufregendem schwerpunkt `queer feminitäten` beinhaltet die nummer zwei interviews mit queeren hip hop-künstler_innen: cindy wonderful führt ein gespräch mit god-des and she, desweiteren noch ein interview  mit juba kalamba.

kalamba ist im queeren hip hop schon  fast eine institution über seine ehemalige combo `deep dickollective`, ansonsten ist kalamba recht umtriebig in queer-trans-politics unterwegs, aber auch in `health-care`,  außerdem pornodarsteller und in der organisierung von sexarbeiter_innen tätig, bzw. in der thematisierung von sexarbeit. herausragend die `sexworkers art show`-tour.

das gespräch mit god-des and she nicht weniger aufregend. she kam in diesem blog ja auch schon vor, in dem video mit q-boy.

die beiden auch unheimlich sympathisch! dramatisch allerdings: beide wurden für `pic up the mic` befragt, aus einem zweistunden-interview wurde dann mehr oder weniger nur die aussage gebracht, dass beide mit ihrer musik auch erfolgreich sein wollen, shit (aus dem interview mit hugs and kisses).

hier noch  ein ziemlich smartes interview mit god-des and she vom lesbian podcast (auf englisch).

die hugs and kisses gibt es nur teilweise online, die hier beworbenen interviews gar nicht, deshalb hier eine liste der verkaufsstellen, go and get it!

queer in hip hop*4: the lost bois

nicht wundern: der sound startet erst ab 1`30. zu cool…

the lost bois homepage.

queer in hip hop*3: trailer `pic up the mic` and deadlee

in meinem post `straight in hip hop: no homo`wurde ja auch die doku `pic up the mic` erwähnt. gerade über einen trailer dazu gestolpert, den ich natürlich niemandem vorenthalten möchte. der trailer lässt erahnen was hip hop noch alles sein kann. hintenan gleich noch ein (etwas älteres) cnn-interview mit deadlee (ich meine aus san fransisco). deadlee entspricht in seinem äußeren erstmal eher dem “gangsta-rapper”, das scheint auch eher sein background zu sein, aber etwas anders codiert und denn doch reflektierter als die masse. viel spass damit:

der ganze themenkomplex scheint sich unerwarteter weise doch noch ein wenig länger durch diesen blog zu ziehen…mal sehen wohin die reise geht!

straight in hip hop: no homo


die rubrik `queer in hip hop` gibt vielleicht einen etwas verschobenen eindruck über diese musikrichtung. `queer` ist eher die ausnahme, das normalmass ist homos dissen, im besten falle stumpfe ignoranz. es ist davon auszugehen,

…dass Homophobie – auf Sexismus basierend – im deutschsprachigen Rap dahingehend Raum gegeben wird, dass eine Normalisierung von homophoben Äußerungen und Haltungen zu beobachten ist.*1

Der Rapper G-Hot mag keine Homosexuellen. Er hasst sie, sie widern ihn an. G-Hot, der eigentlich Gökhan Sensan heißt, veröffentlichte diesen Hass in einem Song, in dem er zum Mord an Homosexuellen aufrief.*2

`that`s gay` hat sich des themas in gewohnter manier angenommen: mit einer prise humor. in homophober weise wird im hip hop versucht möglichst unschwul rüberzukommen. und wenn das nicht klappt  werden noch so unstraighte praxen in straight umgedeutet. aber seht selbst:

ich liebe diesen moderator!

back to topic: homophobie scheint eher ein integraler bestandteil des sexismus im hip hop zu sein.

schön ist das alles nicht, es bleibt die frage nach gegenstrategien:

ein genre , wo frauen schon viel fell brauchen sich zu behaupten,  ist ein undenkbar anstrengendes terrain für queere und trans-menschen. am einfachsten ist es noch dort wo sich eine queere sub-sub-szene um den hip hop organisiert oder auch in linken zentren. diese zentren mögen nicht frei von sexismus und homophobie sein, in den meisten wird aber der versuch unternommen einen raum zu schaffen frei von unterdrückungsverhältnissen. und nun ja, es gibt ja auch queers welche zu solchen räumen keinen zugang haben oder nun so gar nicht linksradikal sind…

in den usa ist queer (und auch trans mittlerweile)  im hip hop ein defenetiv fetteres phänomen als in europa, wie z.b. der film `pic up the mic` dokumentiert. wen das mehr interssiert, der_dem sei gay music revolution empfohlen mit  rubriken wie `out in hiphop`.

im hip hop-mainstream , bzw in der masse der hip hop-konsument_innen `out`zu sein ist als künstler_in ist immer noch kein spaß.  menschen die es sind,  gehört auf jeden fall großer respekt. die lesbischen hip hopperinnen `yo majesty` aus florida  und qboy aus london sind  beispiele, dass es natürlich möglich ist offen queer zu sein im hip hop und den maistream zu erobern. und noch besser, diese popularität zu nutzen im kampf gegen die homophobie, wie z.b. qboy welcher im auftrag der sache schulen besucht [laut queer.de].

fight homophobia! everywhere!

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Fussnoten
*1 Ankündigung der Veranstaltung mit Sokee (Berliner Rapperin) in Kiel: Homophobie im Hip Hop.
*2 FAZ.NET 26-5-10: Homophobie im Hip-Hop. Des Rappers Fluch.
mehr lesestoff:
*ZAG: Dieter Bohlen für die andere. Homophobie im Reggae und Hip-Hop (#53)
*queer.der zu "qboy rappt gegen homophobie"
*testcard #17: Jens Thomas "Ich bin nicht schwul und das ist auch cool so. Homophobie im deutschen Hip Hop: Sexismus in Reinform oder Fiktion nach Maß?" S.118-122