partyzionist

definitiv käuflich

Special Sidebar

You can add any content in this area by go to
Admin->Design->Widgets->Sidebar4

Currently browsing gender

The T-Word: Reality Transgender Soap

Gegen diese One-Wo*man-Soap von Riftgirl kann `The L-Word´ einpacken: Hier treffen Transgenders in allen möglichen Lebenslagen aufeinander. Die Freund*innen Annie, A.J., Sierra, Kira und Alotta Starz  stehen vor Geschlechtsoperationen in Thailand, haben ihre OPs schon hinter sich und sind lesbisch, sind gar nicht operiert, verdienen Geld mit und ohne Pornos oder Sexarbeit, sind mal feministisch und manchmal auch eher gar nicht. Es geht um die kleinen und großen Katastrophen des Lebens, um Freundschaften, Sex, Geld, Moral  und vielleicht sogar Liebe. Eben um alles was zu einer guten Soap dazu gehört. Und ich fand es verdammt witzig. Aber seht selbst:

http://vimeo.com/4233522

I love it!

The T Word – Episode 1 from Riftgirl on Vimeo.

Episode 2|3|4|5 und der Film Part 1|2

_____________________________

Mehr DIY-Soap?  Vick Vancouver, the weekly gay soap.

Wortklaubereien*2: Heterosexuelle Matrix

Judith Butler ist ja seit der (Nicht-)Preisverleihung des Berliner CSD wieder in aller Munde. Bei mir auch…

Bin die Tage über einen Text in der `Utopie kreativ´  von Volker Woltersdorf  und Alias Lore gestolpert in dem eine ziemlich gute, knackige Erklärung des Begriffs der `heterosexuellen Matrix ´geliefert wird:

Dazu führt sie [Anm.: Judith Butler] den Begriff der “heterosexuellen Matrix” ein. Sie bezeichnet damit eine soziale und kulturelle Anordnung, mit Foucault gesprochen: ein “diskursives Dispositiv”, das aus den drei Dimensionen von erstens anatomischem Geschlechtskörper (sex), zweitens sozialer Geschlechterrolle (gender) und drittens erotischem Begehren (desire) besteht. Diese drei Kategorien sind jeweils wechselseitig aufeinander bezogen. Mal leitet sich das Begehren aus dem Geschlecht ab, mal wird über das Begehren Geschlecht erst verankert. Mal folgt aus dem Körper eine bestimmte soziale Rolle, mal erzeugt eine bestimmte Rolle ein bestimmtes Begehren usw. Die heterosexuelle Matrix zeichnet sich nun dadurch aus, dass sie dieses Dreigestirn normativ einrichtet sowie ihre Deckungsgleichheit erzwingt. Sie teilt die Menschen in genau zwei und nur zwei, deutlich voneinander zu unterscheidende Geschlechter. Dadurch entsteht der “anatomische Geschlechtskörper” nicht als etwas rein Natürliches, sondern außerdem als ein kulturelles Produkt, das eine bestimmte Funktion in einem ideologischen System ausübt. Dem Geschlechtskörper wird dann nach dieser Logik nämlich eine ganz bestimmte soziale Rolle und Identität und ein heterosexuelles Begehren zugewiesen. Geschlecht wird deshalb fast immer sexualisiert und zwar hetero-sexualisiert wahrgenommen. Diese Organisationsform ist nicht nur die vorherrschende, sondern nimmt für sich auch in Anspruch, die naturgemäße zu sein. Heterosexualität kann mit Hilfe des Begriffs der heterosexuellen Matrix also als ein Herrschaftssystem dargestellt werden, das Körper und ihr Verhältnis zueinander normiert und diese aufgezwungene Ordnung als natürlichen Grundzustand legitimiert.

[Auszug aus: Queer Theory und Queer Politics // Volker Woltersdorf & Alias Lore // in UTOPIEkreativ]

Mehr dazu:  In der wirklich zu empfehlenden Reihe theorie.org erscheint im Laufe des Jahres eine Einführung unter dem Titel `Geschlecht´, geschrieben von Heinz-Jürgen Voß, einigen eventuell bekannt von dem Blog `Das Ende des Sex: Biologisches Geschlecht ist gemacht.´Wir dürfen gespannt sein. Bis dahin (und darüber hinaus)  sei Euch noch einmal die etwas kürzere Einführung von Jana Scheuring  aus dem Keine Zeit-Reader (als pdf, S.20-24) ans Herz gelegt.  Schon mal beworben aber auch wirklich toll: Heteronormative Matrix vs. strukturelles Patriarchat bei Radio Island. Oder der Artikel zu Judith Butler bei wiki.

`Begriffe und Bedeutungen`: Einführendes zu Judith Butler.

Jana Scheuring hat in dem Artikel `Begriffe und Bedeutungen` eine wahnsinnig gute Erläuterung geschrieben zu Begriffen Judith Butlers. Erklärt werden die Begriffe  Diskurs, Macht, Wissen, Subjekt in heteronormativen Diskurs, Konstruktion, Performativität, Verschiebung, Parodie und Subversion. Der Text erschien in der (etwas durchmischten) Sammlung `Dafür haben wir jetzt aber keine Zeit.` vom ASAB_M. (Der komplette Reader als pdf.)

Auch hier, wie bei allen Sachen von Butler: Es ist sehr schwer das runterzubrechen, ohne Vorkenntnisse und etwas Zeit wird diese Einführung auch nicht funktionieren… Eine weiter  knackige Einführung zu `Terminologien` hat der Reader übrigens auch noch zu bieten.

here we go:

Begriffe und Bedeutungen [Jana Scheuring]

Diskurse sind Ausdruck und Verankerung von Macht und Wissen, auch die Unterscheidung zwischen sex und gender verfestigt die Geschlechterbinarität Anatomische Körper befinden sich als kulturelle Konstrukte immer schon in einem vorstrukturierten, binären Rahmen von Geschlechtlichkeit. Darauf weist Stefan Hirschauer hin: „Die kulturelle Wirklichkeit zweier Geschlechter aber kann nicht aus einem Unterschied der Genitalien ›folgen‹, da sie Geschlechtszeichen nur im bereits bestehenden Kontext dieser Wirklichkeit sind“1 Auch Judith Butlers betont bereits in Das Unbehagen der Geschlechter, dass es keinen natürlichen, unbezeichneten, nicht sexuierten/sexed Leib gibt, der vor oder außerhalb des Diskurses zu finden sei. Was aber hat Diskurs mit Wirklichkeit zu tun? Wer oder was konstruiert Zweigeschlechtlichkeit, eindeutige Geschlechtsidentitäten und biologische Geschlechter? Und wie lässt sich in diesem Rahmen die Abweichung (Devianz) von der Binarität der Geschlechter denken? Auch wenn oben formulierte Gedanken heute nicht mehr neu erscheinen, sind ihre Inhalte doch nach wie vor schwer zu erfassen und bedürfen einer ständigen Auffrischung, Aktualisierung und Auseinandersetzung, wie immer wiederkehrende verkürzte Kritike(n) an queerer Politik und Theorie zeigen. Die Autorin hofft mit diesem Text einige grundlegende Annahmen und Begriffe klären zu können und Anregungen zu geben für eine weitere Auseinandersetzung um die heterosexuelle Matrix, ihren normierenden Charakter und ihre gewaltsamen Ausschlüsse. Denn, wie Martin Büsser richtig feststellt, zeigt „die Realität von Diskriminierung, Verächtlichmachen, Hatecrimes und Internierungen von Menschen, die nicht den jeweils herrschenden Geschlechternormen entsprechen […], dass die Gender- Theorie keineswegs ein ›Luxusproblem‹ verhandelt, wie manche Kritiker behaupten.“2 Zunächst soll es allgemein um Diskurse und ihre strukturierende und materielle Wirkmächtigkeit gehen, dies wird vor allem im Rückgriff auf den Diskursbegriff von Michel Foucault geschehen. Der Platz der Subjekte im Diskurs sowie bei der Konstruktion und Performanz von Geschlechtsidentitäten ist ein weiterer Punkt der Auseinandersetzung. Die Betrachtung von Ausschlüssen und Verschiebungen und deren Rolle im hegemonialen, heteronormativen3 Diskurs soll die Produktion uneindeutiger, abweichender Identitäten begreifbar machen und eine Überleitung zum Verständnis der Geschlechterparodie als politischer Handlung und queerer Praxis darstellen, wie sie u.a. von Judith Butler beschrieben wird.4
Read more »