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yes we are! Lesben, Homophobie und Widerstand in Polen.

Heute sei kurz ein sehr sympathisches Projekt beworben: Magda Wystub und Katrina Schaffer machten sich gemeinsam mit anderen auf Spurensuche lesbischen Lebens in Polen. Entstanden ist der Film `Yes we are´. Der Film will Schluss machen mit der Unsichtbarkeit von Lesben und deren Kämpfen in Polen.  Diese Sichtbarmachung scheint geboten wenn sogar polnische Schwulenaktivisten behaupten: “In Polen gibt es  keine Lesben.”

Hier der Trailer zum Film:

Gerüchteweise gibt es den Film im Mai in einigen Städten in der BRD zu sehen…

Zur Homepage des Filmprojekts ->

[Homosexualität und Religion] Lesbisch? Das muss doch nicht sein!

So, die Logik vieler evangelikaler und einiger christlicher Gruppen. In ihren Reihen genießen sogenannte `Umdreher_innen von Homosexuellen ´ großes Ansehen. Eine dieser `Heiler_innen´ ist Janelle Hallman-Burlson, Therapeutin aus Denver. Sie ist `seit etwa zehn Jahren auf die Begleitung von Frauen, die ihre Homosexualität konflikthaft erleben, spezialisiert´.Tätig ist sie am evangelikalen Denver Seminary.  Zudem Rednerin auf zahlreichen Tagungen und Autorin des  Buches `The Heart of Female Same-Sex Attraction´.

In Deutschland wurde Hallman-Burlson  vom Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft (DIJG) zu Veranstaltungen geladen. Das Institut ist Teil der Gemeinschaft Offensive Junger Christen (OJC).

Speziell das DIJG widmet sich den Fragen der Homosexualität und der `Hilfe für Homosexuelle´:

Das Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft (DIJG) setzt sich für homosexuell oder bisexuell empfindende Männer und Frauen ein, die ihre homosexuellen Impulse als unvereinbar mit ihren Wünschen, Überzeugungen und Lebenszielen ansehen. Diese Menschen sind heute eine fast vergessene Minderheit. Sie suchen therapeutische oder seelsorgerliche Wege, die zu einer Abnahme ihrer homosexuellen Impulse und zur Entwicklung ihres heterosexuellen Potentials führen können.

Das DIJG respektiert die Würde, Autonomie und den freien Willen eines jeden Menschen. Homosexuell empfindende Menschen haben das Recht, eine homosexuelle Identität anzunehmen; sie haben aber ebenso das Recht, einen Weg der Veränderung zu gehen mit dem Ziel der Abnahme ihrer homosexuellen Impulse. Das Recht, eine Therapie mit dem Ziel der Abnahme homosexueller Impulse einzugehen, sollte unveräußerliches Recht sein; es gehört zur Selbstbestimmung und Freiheit eines jeden Menschen. [Aus der Selbstbeschreibung des DIJG]

Der Header der Internetpräsenz des Instituts lässt keine Unklarheiten aufkommen: `Homosexualität verstehen – Chancen zur Veränderung´. Auf Einladung des DIJG referierte Hallman-Burlson im Juni 2010 auf einer internationalen Therapeut_innentagung zum Thema `Weibliche Identitätsverletzung und Homosexualität´. Laut Tagungsbericht nahmen 50 Therapeut_innen aus mindestens 7 Ländern an diesem Seminar in Nordhessen teil.

(By the way, der größte Skandal:  Nebenprojekte des OJC werden von der Bundesregierung gefördert, z.B. `Missionstätigkeiten´ in Afrika. Quelle: wiki zu OJC, s.Punkt Finanzierung)

Die Theorien und Therapien weiblicher Homosexualität nach Hallman-Burlson

Schon die Ursachen weiblicher Homosexualität liegen nach Hallman-Burlson entweder bei psychischen Störung und / oder  Problemen in Kindheit und Jugend:

1. Eine angespannte, distanzierte oder fehlende Bindung an die Mutter ohne verfügbaren Mutterersatz führt zu einem ungestillten Bedürfnis nach Bindung.
2. Das Erleben von sexuellem Mißbrauch oder anderen seelischen Traumata – meist durch einen Mann führt zu Angst vor Männern / Haß auf Männer.
3. Wenige oder keine Mädchenfreundschaften führt zu einem ungestillten, übermäßigen Bedürfnis nach Angenommensein und Zugehörigkeit.

4. Das Gefühl einer inneren Leere und eines inneren Entwicklungsstillstandes anstelle einer ganzheitlichen weiblichen Identität führt zu einem ungestillten Bedürfnis nach eigener, weiblicher Identität und danach, endlich ein Gefühl für das eigene weibliche Selbst zu bekommen. [Aus: Weibliche Homosexualität -Ursachen und Symptome, Janelle Hallman-Burleson]

Demnach liegt für sie eine psychische Störung der weiblichen Homosexualität zu Grunde. Wo die sexuelle Orientierung schon auf einer`gestörten Psyche und Problemen´ beruht, kann `natürlich´ auch in ihrer Logik keine `gesunde´ Beziehungen daraus erwachsen. Zusammen gefasst kann nach ihr weibliche Homosexualität definiert werden als eine Zusammensetzung aus:

1. Beziehungsproblem […] 2. Identitätsproblem […] 3. Geistliches Problem […]

[Weibliche Homosexualität -Ursachen und Symptome, Janelle Hallman-Burleson]

An genau diesen Punkten setzt dann die `Therapie´ an :

Das erste Ziel der Therapie ist es, Vertrauen aufzubauen. Viele Klientinnen erfahren dabei vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben Vertrauen. Erst dann kann die Klientin die tiefe innere Entwicklungsarbeit leisten[…] Weibliche Homosexualität wird von einem komplexen System einer verzerrten, negativen und selbstablehnenden Vorstellungswelt genährt. Diese Vorstellungswelt muß erneuert werden. […]Wenn die Therapeutin Annahme, Bestätigung und Zuwendung zeigt, kann die Klientin anfangen, sich zu entfalten und zu entwickeln. Wenn die Therapeutin ein echtes Zuhause anbietet, kann die Klientin ruhen und „werden“.

[Aus: Weibliche Homosexualität -Diagnostik und Therapieansatz. Janelle Hallman-Burleson]

Was mit `werden´ gemeint ist dürfte unschwer zu erraten sein:  heterosexuell.

Ey-Gay-Bewegung und Kritik

Janelle Hallman-Burleson und das DIJG können als Teil der sogenannten Ex-Gay-Bewegung betrachtet  werden. Ex-Gay-Gruppen  sind meist Evangelikale und diese wollen Homosexuelle `heilen´. Diese Bewegung wird von vielen Therapeut_innen, Betroffenen und LGBT-Gruppen hart kritisiert:

Nach Ansicht von Armin Traute, Hauptgeschäftsführer des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen, verstoßen reparative Therapien gegen die ethischen Richtlinien seines Verbandes, spezifisch gegen die gebotene „Achtung der Würde und Integrität des Individuums,“ den „Schutz der Rechte der beruflich anvertrauten Personen“ sowie die Sorgfaltspflicht heilkundlich tätiger Psychologen. [wiki zu Sexuelle Orientierung]

Selbst die deutsche Bundesregierung lehnt Therapien zur `Heilung´ von Homosexualität ab:

Homosexualität bedarf weder einer Therapie noch ist Homosexualität einer Therapie zugänglich…Die vor allem in den 60er und 70er Jahren häufig angebotenen so genannten `Konversions´- oder `Reparations´-Therapien, die auf eine Änderung von gleichgeschlechtlichem Sexualverhalten oder der homosexuellen Orientierung abzielten, werden heute in der Fachwelt weitgehend abgelehnt. Dies gründet sich auf die Ergebnisse neuerer wissenschaftlicher Untersuchungen, nach denen bei der Mehrzahl der so therapierten Personen negative und schädliche Effekte (z.B. Ängste, soziale Isolation, Depression bis hin zu Suizidität) auftraten und die versprochenen Aussichten auf `Heilung´ enttäuscht wurden [Aus: Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag. wiki zur Ex-Gay-Bewegung]

Betroffene bestätigen diese Aussagen:

Einige Teilnehmer berichten von Veränderung ihrer Sexualität, doch diese Äußerungen sind äußerst kritisch zu sehen. Jeremy Marks, 14 Jahre lang einer der Wortführer der christlichen Ex-Gay-Bewegung in Großbritannien, hat seine Ansichten über die „Heilbarkeit“ von Homosexualität revidiert. Marks hat geäußert, dass er niemals in der Lage gewesen sei, seine sexuelle Orientierung oder die Orientierung anderer Menschen zu verändern. „Keiner der Menschen, die ich betreut habe, hat seine sexuelle Orientierung geändert, egal wie viel Mühe und Gebete er auch investiert hat“. Der ehrliche Weg bringe einen größeren Nutzen. [wiki zur Ex-Gay-Bewegung]

Nicht ohne Grund gibt es zum Beispiel in den USA viele Ex-Ex-Gay-Gruppen oder Ex-Gay-Watch, welche aktiv gegen die christlichen Umerziehungsprogramme vorgehen oder deren Praktiken dokumentieren.

Ich denke, dass Homophobie der eigentliche Grund ist für Menschen sich an Ex-Gay-Gruppen zu wenden und zwar in der Hoffnung in dieser Gesellschaft nicht mehr anzuecken. Es kann nie eine Lösung sein die sexuelle Orientierung von Menschen umzupolen! Stattdessen müssen Strukturen geschaffen werden, welche  LGBTs  in ihren Problemen unterstützen und homophobe Verhältnisse angehen.

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Mehr: Janelle Hallman-Burlesons Homepage.

Gegeninitiativen:  Mission Aufklärung und  ExGay-Observer.

Sehr zu empfehlen auch die Komödie „Weil ich ein Mädchen bin“ („But I’m a Cheerleader“).

Homophobie in Deutschland

Im Zuge der Fragen um Homonationalismus und Homophobie in der Welt, wird ja oft der Einwand erbracht, dass in der Frage der Gleichberechtigung von LGBTs (Lesben/Schwule/Bi- und Transsexuelle) in Deutschland das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Das ist richtig, denn homophobe Diskriminierung und Gewalt gehören auch hier weiterhin zum Alltag, speziell schwul-lesbische-transgender Jugendliche haben darunter zu leiden.

Ein Teil der Politik scheint das Problem mittlerweile wieder ernster zu nehmen:

Lesben, Schwule, Bisexuelle oder Transgender leben heute so frei wie nie zuvor in der deutschen Geschichte. In breiten Teilen der Bevölkerung herrschen Toleranz und Respekt. Dennoch sind auf dem Schulhof, im Fußballstadion und in bestimmten Musikszenen homofeindliche Parolen Alltag. Auch im Wirtschafts- und Arbeitsleben besteht erhebliche Diskriminierungsgefahr. Antihomosexuelle Gewalt ist weiterhin eine massive Bedrohung. Anfeindungen, Beleidigungen, Benachteiligungen, jede Form von Diskriminierung aber insbesondere die Bedrohung durch Gewalt sind ein Angriff auf die Freiheit. […]Das Europäische Parlament definiert Homophobie „als auf Vorurteilen basierende irrationale Furcht vor und Abneigung gegen Homosexualität und Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle“ und stuft sie als „ähnlich wie Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus oder Sexismus“ ein . […] Verschweigen, negieren und bagatellisieren von Lesben- und Schwulenfeindlichkeit müssen endlich der Vergangenheit angehören.
Massivste Ausdrucksform von Homophobie ist antihomosexuelle Gewalt. In den letzten Monaten häuften sich Presseberichte über brutale Übergriffe auf Schwule, Lesben und Transgender in Deutschland. Allein der Anblick eines lesbischen oder schwulen Paares kann Gewalttäter motivieren, brutal zuzuschlagen. Das am 27. Mai 2008 der Öffentlichkeit übergebene Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen wurde binnen eines Jahres dreimal angegriffen und beschädigt.

Eine bundesweite Umfrage des Berliner schwulen Antigewaltprojektes „MANEO“ aus den Jahren 2006/2007 ergab, dass die teilnehmenden schwulen und bisexuellen Männer zu 35 Prozent im vorangegangenen Jahr homophobe verbale oder körperliche Gewalt erlebt hatten, wobei es bei Jugendlichen sogar 63 Prozent waren. Genauere Zahlen gibt es nicht. Bislang fehlt es selbst an kriminologischer Grundlagenforschung zu homophober Gewalt. Nach Einschätzung von Polizeipraktikern zeigen ca. 90 Prozent der Opfer homophober Straftaten diese nicht an, da immer noch Misstrauen gegen staatliche Behörden besteht.[…]

Erschrecken muss die in der „MANEO“-Umfrage zu Tage getretene massive Bedrohung homosexueller Jugendlicher durch Anfeindungen und Gewalt. Die Bundesregierung musste 2006 in ihrer Antwort auf die Große Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN einräumen, dass homosexuelle Jugendliche auch heute noch ein viermal höheres Suizidrisiko haben als heterosexuelle. Sie wolle aber aus diesen erschreckenden Zahlen keine Konsequenzen ziehen […].

Das ist unverantwortlich. Lesbische, schwule, bisexuelle, trans- oder intersexuelle Jugendliche dürfen nicht alleingelassen werden.

[Aus: Deutscher Bundestag Drucksache 16/13394, `Für einen nationalen Aktionsplan gegen Homophobie´, Antrag einiger Bundestagsabgeordnet*innen der Grünen, Juni 2009]

Das sind alles keine Entwicklungen, welche dazu einladen das Thema Homophobie in Deutschland auf Eis zu legen.

Homophobie angehen! Überall!

Wortklaubereien: Homophobie/Homonegativismus

Homophobie beschreibt im Allgemeinen negative Einstellungen bis hin zu tätlichen Angriffen gegenüber Homosexuellen. Diese sehr weit gefasste Definition birgt die Gefahr, dass Homophobie generell als Synonym für offene Gewalt gegenüber einer lesbischen oder schwulen Person verstanden wird. Um die Dimension einer strukturellen Diskriminierung miteinzubeziehen, wurde neben dem Begriff Homophobie der des Homonegativismus in die Diskussion gebracht.

Homophobie beschriebe nach dieser Unterteilung einen konkreten Angriff, der sich gegen eine homosexuelle Person richtet.
Manche theoretische Ansätze beschreiben Homophobie, als eine emotionale Reaktion auf einen Menschen, der als lesbisch oder schwul wahrgenommen wird. Allein die Wahrnehmung einer nicht heterosexuellen Person löst Angst, Erregung sowie Wut aus und kann zu reflexhaften Reaktionen wie z.B. Gewalttaten führen. Dabei ist zu bemerken, dass in patriachalen Gesellschaften vor allem Schwulenhass verbreitet ist.

Homonegativismus bezeichnet dagegen eine eine geistige Haltung, die homosexuelles sowie queeres Zusammensein auf allen Ebenen gesellschaftlichen Zusammenlebens (juristisch, politisch, sozial und religiös) ablehnt, diskriminiert und in letzer Konsequenz keine Daseinberechtigung zugesteht.
Der Begriff Homonegativismus sagt also aus, dass sich eine Diskriminierung von Nicht-Heterosexuellen Menschen durch mehr als konkrete verbale oder körperliche Angriffe ausdrückt, und dass zur Rechtfertigung der Diskriminierung pseudorationale Erklärungsmodelle herangezogen werden. Gleichzeitig entkräftet er die begriffliche Nähe von Homophobie mit anderen Phobien (z. B. Klaustrophobie), die nahelegt, die/der „Betroffene“ leide unter einem krankhaften Zustand, trage also keine Schuld an ihrem/seinem sexistischen Verhalten („kann also nichts dafür, dass sie/er Schwule und Lesben einfach ekelig findet“).  [aus: Terminologien vom asab_m ]

Ein Absatz aus den von  mir schon beworbenem Text `Terminologien` des Münchner Antisexismusbündnis. Den Aspekt des `Homonegativismus` im speziellen für mich neu,  ziemlich erhellend und ganz schön gut/richtig.

queer in hip hop*3: trailer `pic up the mic` and deadlee

in meinem post `straight in hip hop: no homo`wurde ja auch die doku `pic up the mic` erwähnt. gerade über einen trailer dazu gestolpert, den ich natürlich niemandem vorenthalten möchte. der trailer lässt erahnen was hip hop noch alles sein kann. hintenan gleich noch ein (etwas älteres) cnn-interview mit deadlee (ich meine aus san fransisco). deadlee entspricht in seinem äußeren erstmal eher dem “gangsta-rapper”, das scheint auch eher sein background zu sein, aber etwas anders codiert und denn doch reflektierter als die masse. viel spass damit:

der ganze themenkomplex scheint sich unerwarteter weise doch noch ein wenig länger durch diesen blog zu ziehen…mal sehen wohin die reise geht!

against homophobia in football: some are queer, who cares?

bei der beschäftigung mit dem thema `homophobie` kratze ich immer wieder am fussball vorbei.

das es in diesem tal der finsternis denn doch lichtblicke gibt freut umso mehr. ein paar beispiele, dass den homophoben dieses feld nicht kampflos überlassen wird:

bremer ultras mit ihrer choreo gegen homophobie im rückrundenspiel gegen köln (saison 2009/2010).  die bilder sind vom board der bremer fanszene. eine großartige sache!

eine kampagne zu homophobie im fussball ist die justin-campaign, benannt nach justin soni fashanu, dem ersten profifussballer, der sich als schwul outete. mehr zu der kampagne gibt es auf deutsch in einem artikel der queer devils.

und zum abschluss noch ein französischer clip zum thema: