partyzionist

definitiv käuflich

Special Sidebar

You can add any content in this area by go to
Admin->Design->Widgets->Sidebar4

Currently browsing Antisemitismus

Der Antisemitismusvorwurf ist eine ideologische Waffe, sprach der Antisemit.

Am 9.4 findet in Bremen in der Villa Ichon folgender Vortrag statt:

Antisemitismusvorwurf als ideologische Waffe

Der moderne Antisemitismus ist eine Ideologie. Die Auswirkungen dieser Form von falschem Bewusstsein haben in dem von Deutschen begangenen Holocaust Millionen Menschen das Leben gekostet. Diese Tatsache ist unbestreitbar. Der rassistische Antisemitismus findet sich heute noch in Neonazi-Kreisen und bei anderen Rechtsradikalen. Die Entlarvung, Ächtung und Bekämpfung des Antisemitismus ist eine gesellschaftliche Notwendigkeit.

Seit einiger Zeit allerdings wird von Neokonservativen, Neuen Rechten, aber auch von moderateren Vertretern neoliberaler Politik und von etablierten Medien behauptet, dass der Antisemitismus in der Linken und Friedensbewegung in Gestalt eines „neuen“ „strukturellen“ oder „sekundären“ Antisemitismus fortbestehe. Dieser Vorwurf stellt nicht nur jede Opposition gegenüber Israels Politik, sondern auch jede linke Kapitalismuskritik unter den Generalverdacht des Antisemitismus.

Eine ideologiekritische Analyse ergibt, dass diese Antisemitismus-„Theorie“ unwissenschaftlich, demagogisch und antiemanzipatorisch ist. Damit versuchen die Propagandisten neoliberaler Expansion, neuer imperialistischer Kriege und des israelischen Besatzungsregimes in den palästinensischen Gebieten (inklusive permanenter Verstöße gegen das Völkerrecht), Kritiker mundtot zu machen. Der Antisemitismus-Vorwurf dient also als Instrument,  um notwendige (friedenspolitische) Debatten zu ersticken – eine Entwicklung, die demokratiefeindlich ist und totalitäre Züge trägt.

(Aus der Veranstaltungsankündigung.)

Den Vortrag hält Susann Witt-Stahl (Journalistin und theoretischer Arm der Schlägertruppen aus der Hamburger B5), diskutiert wird anschließend auf dem Podium mit Prof. Dr. Rudolph Bauer und Arn Strohmeyer. Der Autor Strohmeyer ist  bekannt aus dem Umfeld der Bremer Linken und des Friedensforums. Jenes Forum forderte öffentlichkeitswirksam zum Israelboykott auf und wurde dafür ja schon hinreichend kritisiert. Zum Themenkomplex der Veranstaltung äußerte sich der Autor seinerzeit im Papier “Verwirrung der Begriffe”:

Der Antizionismus ist also (wenn er denn seriös argumentiert) eine rationale, sich aus ethisch-moralischen, menschen- und völkerrechtlichen Gründen speisende Kritik an Israels kolonialistischer Politik gegenüber den Palästinensern – also etwas völlig anderes als Antisemitismus. Viele Antizionisten, die durchaus Sympathien für Israel haben, sind der Meinung, dass diese Unterdrückungspolitik sich auch auf Israels Zukunft nur verhängnisvoll auswirken wird. Wenn man diese Unterschiede zwischen Israel-Kritik, Antizionismus und Antisemitismus nicht auseinanderhält bzw. mit klarer politischer Absicht auch gar nicht auseinanderhalten will, kommt man natürlich zu krassen Fehlurteilen, die – wenn man sie dem politischen Gegner anhängt – äußerst diskriminierenden, ja vernichtenden Charakter haben können und auch sollen. Denn es kommt ein neues Moment hinzu, das die Auseinandersetzung verschärft. Die Zionisten und ihre Anhänger haben den Begriff Antisemitismus völlig neu definiert. (Verwirrung der Begriffe )

Zu den Veranstalter_innen gehören Gesprächskreis Nahost, Nordbremer Bürger gegen den Krieg , Antikapitalistische Linke (AKL) und diverse andere Gruppen. Eben jene Organisationen gerieten immer wieder in den Fokus wenn es um Antisemitismus von links in dieser Stadt ging.

Vermutlich wird der Abend eine ziemlich einhellige Nummer. Und der kleinste gemeinsame Nenner von Referentin, Diskutanten und Veranstalter_innen  ist wohl dieser: Es gibt keinen linken Antisemitismus. Hoffentlich gibt es wenigstens Unmut von den Zuhörenden. Aber da helfen in solchen Kreisen ja gerne ein paar Kopfnüsse.

Bleibt zu hoffen dass diese Veranstaltung so nicht stattfinden wird!

______________________________________________

Theorie zum Thema : Israelkritik und Antisemitismus von links von Daniel Meißner bei rechtsklick. Ebenso die Radioreihe Antisemitismus von links der Redaktion 3.

Aus der anscheinend ewigen Notwendigkeit heraus hier noch der Link zum  Bremer Bündnis gegen Antisemitismus.

 

 

 

Was ist schon ein Holocaust?

Nichts, Relativierung ist alles…

Cover der Special Edition #1  des Gazelle Magazin.

[Darin kann denn auch das T-Shirt für 20€ erworben werden…Omg!]

Antisemitismus und Antiamerikanismus – immer wieder witzig!

Schon etwas älter: 2006, Melbourne, gegen den Libanonkrieg.

_____________________________

Photo: SwaroopM, thx.

Theoretische Schnittmengen aller Spinner dieser Welt?

Right, Israelhass und Antisemitismus.

Hier seht Ihr Mitglieder der Westboro Baptist Church. Diese Gruppe demonstriert wie auf dem Photo gerne vor Synagogen, wünscht sich mehr tote amerikanische Soldaten und hat Internet-Adressen mit sympathischen Namen wie godhatefags.com. Das Grauen…

_________________________

bei Rhizom gibt es auch noch Video zu theoretischen Glanzleistungen amerikanischer Baptisten ->

Photo: k763, thx.



| la novità |

***Israel (k)ein Land wie jedes andere:  Eine israelische Debatte um Illegalität, Bleiberecht und den Zusammenhang mit dem Holocaust bringt uns Sabine Brandes in ihrem Artikel `Bitte lasst uns bleiben´ in der Jüdischen Allgemeinen näher.

***Stephan Grigats Artikel `Das System Haider und der Antisemitismus´ bearbeitet Widersprüche innerhalb der FPÖ / dem BZÖ, nämlich wie damit umgegangen wird wenn `der Spekulant´ in der eigenen Partei sitzt…Nachzulesen bei hagalil.

***Die Diskussion um den Konzertabbruch von Frittenbude geht weiter: Ein mir bis heute unbekannter Blog äußert sich ziemlich sympathisch zu der ganzen Geschichte: umwerfend reflektiert den Auftritt und die Reaktionen. Und bei tee wird über mein posting weiterdiskutiert…

`Antisemitismus´ eine Erfindung der Zionisten? Ein Bremer Friedensfreund deckt auf…

Arn Strohmeyer, Journalist und Autor, sowie Theoretiker der Friedensbewegten und der Linkspartei hat nach der  Antisemitismusdebatte [1, 2, 3, 4 , 5, 6, 7]  in Bremen Stellung bezogen. Die Debatte war entbrannt nach antisemitischen Ausfällen im  Zuge der Demo am 05.06.10  gegen die Erstürmung der `Friedensflotte´ durch das israelische Militär [Aufruf der Demo]. Mit seinem Papier `Verwirrung der Begriffe? Zur Diskussion über Kritik an Israel und den Antisemitismus-Vorwurf  in der Linken´ vom 26.07.10 hat Strohmeyer sich stellvertretend für Friedensforum und Linkspartei geäußert.*1

Er erklärt, wie es seiner Meinung nach zu den falschen Vorwürfen kommen konnte: Israel und die Zionisten würden die `Antisemiten´ selbst produzieren.

Die Zionisten und ihre Anhänger haben den Begriff Antisemitismus völlig neu definiert. Er wird heute nicht mehr rassisch-biologisch verstanden, obwohl es diesen Typ des Antisemiten sicher auch noch gibt. Heute heißt es: Jeder, der Israel zu kritisieren wagt, ist ein Antisemit. Henryk Broder etwa bezeichnet den alten “klassischen” Antisemitismus als “Steinzeitantisemitismus”.
Die neue Definition des Antisemitismus bezieht sich also nicht mehr auf Juden als solche, denen unveränderbar negative Merkmale eigen sein sollen, sondern in erster Linie auf die Einstellung gegenüber Israel. Da die Zahl jüdischer und nicht-jüdischer Kritiker ständig wächst, weil Israel sich mit seiner Politik immer mehr ins Unrecht und die internationale Isolation begibt, wächst auch zwangsweise die Zahl der “Antisemiten” auf der Welt. So gesehen produzieren Israel und seine Freunde ihre “Antisemiten” selbst, denn sie definieren ja auch selbst, wer ein “Antisemit” ist. Wenn man die Kriterien dafür ausweitet, wird der Kreis natürlich immer größer.
Diese Argumentationsweise ist besonders infam, weil sie in Deutschland auch sehr viele Menschen betrifft, die keinerlei Vorurteile gegen Juden haben, ja die jüdische Kultur hoch schätzen, die sich sehr wohl der Erinnerung der den Juden angetanen Verbrechen verpflichtet fühlen und sich als Deutsche keineswegs von Verbrechen und der Schande der Vergangenheit freisprechen wollen, sich aber zu Recht weigern, einen von außen aufgezwungenen Erinnerungskult und die kolonialistische Politik Israels zu akzeptieren. Auch sie laufen Gefahr, als “Antisemiten” stigmatisiert zu werden, wenn sie sich in ihrer Israel-Kritik auf die Menschenrechte, das Völkerrecht oder UNO-Resolutionen berufen.

Na denn, `Antisemitismus´ ein Hirngespinst der Zionisten, alle Vorwürfe an die Friedensbewegten nur Propaganda und wer uns da den `Erinnerungskult von außen aufzwingt´ unschwer zu erraten: Israel, die Juden und ihre Lobby. Norman G. Finkelstein lässt grüßen [more].

Und auch deutsche Linke fühlen sich als deutsche Opfer, aber damit muss endlich Schluss sein:

Darf man als Deutscher also Israel und seine Politik kritisieren? Man darf es nicht nur, man muss es sogar – das verlangt die Verantwortung, die sich aus unserer furchtbaren Geschichte ergibt. Diese Verantwortung bezieht sich nicht nur auf Israel, sondern auch auf die Palästinenser, die ein indirektes Opfer des Holocaust sind. Uns Deutschen fehlen ganz offensichtlich noch immer der Mut oder die Sensibilität, die Dinge beim Namen zu nennen.

Und noch flott den `deutsch-jüdische(n) Philosophie-Professor Ernst Tugend´ zitiert um sich das Ok von `jüdischer´ Seite einzuholen :

“Es gibt in Deutschland immer noch die weit verbreitete Meinung, dass Kritik an Israel oder überhaupt an Juden einem Deutschen nicht anstehe. Vielleicht war diese Haltung in den ersten Nachkriegsjahren verständlich, heute ist sie es nicht mehr.”

Zusammengefasst heisst das: Da muss erstmal ein deutscher Linker daherkommen und den Juden  erklären, 1.) dass sie einen völlig falschen Begriff von Antisemitismus haben und 2.) dass die Schonfrist nun endlich abgelaufen ist.

OmG! Diese Stellungnahme ist mehr als armselig und lässt wirklich den Verdacht zu, dass an diesem Spektrum der Linken in Bremen die Debatten der letzten zwanzig Jahre um Antizionismus und Antisemitismus völligst  vorbeigegangen sind. `Verwirrung der Begriffe´ist kein wirklicher Ausrutscher von Linkspartei und Friedensforum, sondern trauriger Dauerstandard und zeigt aufs neue die ewige Unfähigkeit den eigenen Antisemitismus zu bekämpfen oder überhaupt nur zu begreifen.

Arn Strohmeyer als Redner auf der Free Gaza-Demo in Bremen am o5.Juni 2010 auf dem Marktplatz , im Hintergrund ein als antisemitisch kritisiertes Transparent. (Bildquelle). Die Rechtfertigung für das Transparent war dann später, dass die beiden Träger eigentlich nicht zu der Demo dazugehört hätten.
__________________________________________________________________

*1 Der Text steht online bei der Linkspartei Bremen und kann beim Bremer Friedensforum angefordert werden, deshalb werte ich das jetzt einmal als halbwegs offizielle Stellungnahme für beide Organisationen.

Alle zitierten Passagen sind Arn Strohmeyers Text `Verwirrung der Begriffe? Zur Diskussion über Kritik an Israel und den Antisemitismus-Vorwurf  in der Linken´ entnommen. Wer sich die Homepage von dem Autor ansehen möchte hier entlang.

Theorie zum Thema? Daniel Meißner: `Israelkritik und Antisemitismus von Links´bei rechtsklick.org

| die umschau |

***Photoreihe in der Jüdischen Allgemeinen zur Situation von jüdischen Holocaustüberlebenden in der Ukraine.

***`Spiel nicht beim Juden´. Boykottaufrufe weltweit gegen Israel. Da müssen denn auch schon einmal jüdische Geschäfte in Schottland herhalten, ebenfalls in der Jüdischen Allgemeinen.

***Interview mit Saeed Ghaseminejad zu anti-israelischen Ressentiments, Antizionismus und Antisemitismus unter  Exiliraner*innen in der aktuellen Jungle World.

***Und das Gesetz des Sommers, italienische Schlager hören:

ORLANDO_ Venti quattro mila baci_ 1962

Der Dank dafür geht an Berlin Beatet Bestes!