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Der Sound gegen Sarrazin und Konsorten…


La Resistance.

Hip Hop noch ganz undeutsch…

TCA Microphone Mafia, mittlerweile nur noch Microphone Mafia, Kölner Vorreiter des Hip Hop in Deutschland. Das Video und der Song `No!´ sind von 1994, also noch ziemlich aus deren Anfängen. Neben Advanced Chemistry eine der Kombos Ende der 1980er / Anfang der 1990er für die Hip Hop keine Sache der Nation war, sondern international. Gerappt wurde in diversesten Sprachen. Mic Mafia waren immer antirassistisch aktiv und eine sehr politische Kombo. Sie tourten mit Kanak Attaks KanakHistoryRevu durch verschiedene Städte um die Geschichte der Gastarbeiter*innen in Deutschland zu erzählen und um von deren Kämpfen zu berichten. 2009 starteten Mic Mafia das Projekt `Per la Vita-Für das Leben´ mit Esther Bejarano und ihrer Band.

Supervideo! Und was für eine Mode…(Hoffentlich kommt da nicht bald das Retro.)

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Mic Mafia auf myspace.

Zum Spannungsfeld Nation | Hip Hop erschien seinerzeit das Buch `Fear of a kanak planet. Fremd Im Eigenen Land´ von Hannes Loh und Murat Güngör. Lesenswert.

Mehr Hip Hop aus den 90ern? Gibt es hier ->.

|must see| The Weather Underground: Bring the war home!

`The Weather Underground´ ist ein Dokumentarfilm über die gleichnamige linke US-amerikanische Gruppe. Der Weather Underground, beeinflusst durch die Black Panther und weltweite Befreiungsbewegungen, beließ es nicht beim bloßen Protest: Die Gruppe sagte  den USA den Kampf an und hielten US-amerikanische Behörden mit Bombenanschlägen die kompletten 1970er Jahre hindurch auf Trab. Der Film sammelt zeitgeschichtliche Dokumente und interviewt einige  Protagonist*innen dieser Bewegung. Die Macher des Films: Sam Green und Bill Siegel.

`The Weather Underground´ gewann beim Chicago Underground Film Festival den Publikumspreis und war 2004 sogar für einen Oscar nominiert in der Abteilung `Best Documentary Feature´.

Technische Daten: 2002, 90/95 Minuten, Sprache Englisch. [->]

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Der Weather Underground ging hervor aus dem US-amerikanischen SDS  (Students for a Democratic Society). Der SDS, gegründet Anfang der 1960er, war, ähnlich wie das deutsche Pendant, die Organisation linker  Student*innen.In den Anfängen war der SDS stark beeinflusst von der gewaltfreien Civil Rights Bewegung. Später wurde der SDS ein Teil dessen was unter dem Namen `Neue Linke´ in die Geschichte eingehen wird. 1969 führt die Radikalisierung zur Spaltung und schlussendlich zur Auflösung des SDS:

1969 erschien das Flugblatt You don’t need a weatherman im amerikanischen Studentenbund SDS. Die Herausgeber dieses Flugblatts erklärten sich solidarisch mit den Kämpfern des Vietcong und der Black Panther und stellten die weißen Arbeiter in den USA als rassistisch und unrevolutionär dar.

Der Name Weathermen stammt aus dem Bob-Dylan-Song Subterranean Homesick Blues, worin es heißt: „You don’t need a weatherman to know which way the wind blows“, „Du brauchst keinen Wetteransager um zu wissen, woher der Wind weht“.

Der anschließende Streit im SDS endete mit der Abspaltung der dann Weathermen genannten Fraktion, die sich selbst als eine „revolutionäre Organisation kommunistischer Männer und Frauen“ verstand. [Wiki zum  Weather Underground]

Die Organsiation hatte Gruppen in diversesten Städten der USA, betrieb Basisarbeit in Agitation, ging heraus aus den Universitäten in Arbeiter*innenviertel, wo die Gruppen in Kommunen lebten.

Nach einer im Oktober 1969 von den Weathermen in Chicago organisierten Demonstration („Days of Rage“) gegen den Vietnamkrieg, die in heftigen Straßenschlachten mit der Polizei sowie einem Toten endete, erklärten sie 1970 dem Staatsapparat den Krieg und gingen in den Untergrund. Auslöser dafür war die Erschießung des Vorsitzenden der Black Panther in der Sektion von Illinois, Fred Hampton, durch die Polizei. Dies führte in den folgenden Jahren zu einer Serie von Bombenanschlägen auf staatliche, vor allem auf militärische und polizeiliche Einrichtungen, bei denen allerdings nie Personen getötet wurden. [wiki]

Zu den spektakulärsten Aktionen gehören die Bomben auf  das U.S.Capitol und die Befreiung Timothy Learys aus dem Gefängnis.

Die Dokumentation über den Weather Underground gibt spannende Einblicke:  Einerseits in die Geschichte der (militanten) Linken in den USA, aber auch über die neuere Geschichte des Landes selber und wie der Staat auf die Bewegungen reagierte.

Es gibt einige grossartige Szenen in dem Film. Zum Beispiel Timothy Leary, nach seiner Befreiung, mit leicht verdrogtem Blick und dem smartesten Lächeln: “We wanna tell the people in the United States the Third World War has begun. Join us in the fight for freedom because we are everywhere and we`re happy, we`re free and we wanna make the world free!”

Oder das Statement der Schwester Bernardine Dohrns, eines Mitglieds des Weather Underground, befragt zu den Aktivitäten der Gruppe: `We think they`re great!´

Wie gesagt: Müsst Ihr gesehen haben!

Ich habe hier erst den Trailer gepostet und im Anschluss den Film selbst.

Zum Weiterlesen sei das Buch von Ron Jacobs empfohlen: Woher der Wind weht. Eine Geschichte des Weather Underground.  idverlag, Berlin 1999 [->]

Und Bill Ayers: `Flüchtige Tage – Erinnerungen aus dem Weather Underground´ erschien just die Tage im Ventilverlag, danke an me für den Tipp. Aber wie toll oder nicht das Buch ist, müsst Ihr selbst herausfinden…


Nachschlag: Gerade gesehen, dass Subprole den Film kürzlichst auch schon gepostet hatte…Ziemlich netter Blog eigentlich, vorbeigucken lohnt auf jeden Fall.